Altstädtischer Graben
Podwale Staromiejskie
Altstädtische Burgstraße, Rechtstädtische Burgstraße, Burggasse
Geschichte
Die heutige Strasse Altstaedtischer Graben war urspruenglich ein Verbindungsweg, der vom Holzmarkt an der Aussenseite desjenigen Teiles des rechtstaedtischen Mauergrabens entlangfuehrte, der nach der Altstadt zu gelegen war. Der Weg war daher nur auf der zur Altstadt liegenden Seite bebaut. Die gegenueberliegende Seite wurde erst im Laufe des 17. Jahrhunderts mit Haeusern besetzt, nachdem der hier befindliche Mauergraben zwischen 1617 und 1637 zugeschuettet worden war.
Bis in das 17. Jahrhundert umfasste die Strasse nur das Stueck vom Holzmarkt bis zur Strasse An der Schneidemuehle, wo sie senkrecht auf den gleichfalls erst um 1640 beseitigten Vorgraben des Ordensschlosses stiess. Zusammen mit der an diesem Vorgraben entlanglaufenden, ebenfalls nur einseitig bebauten heutigen Strasse An der Schneidemuehle bildete der Altstaedtische Graben den Hauptzugang zum Ordensschloss von Westen her. Das nach dieser Seite gelegene Tor des Schlosses befand sich in Hoehe der heutigen Schlossstrasse.
Beide Strassen hiessen deshalb "Burggasse" oder "Burgstrasse". Fuer die Strasse An der Schneidemuehle kommt der Name Burggasse zuerst in einer Urkunde von 1422 vor. Der Altstaedtische Graben selbst wird als Burgstrasse regelmaessig in den Erbbuechern vom 16. bis weit in das 18. Jahrhundert hinein aufgefuehrt.
Daneben findet sich seit 1608 auf Plaenen auch die Bezeichnung "am Graben", die dann in der Form "Altstaedtischer Graben" seit Ende des 18. Jahrhunderts allein gebraeuchlich wird -- allerdings zunaechst nur fuer den aelteren Teil der Strasse vom Holzmarkt bis zur Strasse An der Schneidemuehle.
Die Strecke von letzterer bis zum Fischmarkt, die erst nach Zueschuettung des Schlossgrabens im 17. Jahrhundert durchgebrochen wurde, wird 1648 mit dem Doppelnamen "Neue Gasse oder Burgstrasse" aufgefuehrt. Die Bezeichnung "Neue Gasse" drang jedoch nicht durch, und der Name Burgstrasse wurde auch auf diese Fortsetzung und ihre Verlaengerung ueber den Fischmarkt hinaus uebertragen. Fortan bezeichnete man den aelteren Teil als "Altstaedtische Burgstrasse" zum Unterschied vom neueren Teil, der zur Rechtstadt gehoerte. Erst nach 1817 wurde der Name "Altstaedtischer Graben" auch auf das Stueck zwischen Fischmarkt und An der Schneidemuehle ausgedehnt.
Das Stueck zwischen Holzmarkt und Grosser Muehlengasse hiess Mitte des 19. Jahrhunderts im Volksmund "Gruetzmuehlen-Makergasse". Die Gegend um Hausnummer 299 (110) wurde 1831 im Volksmund auch "Auf den kurzen Brettern" genannt. Im Altstaedtischen Graben 93 befand sich zwischen 1904 und ca. 1919 das Fotografiestudio Franz Daehling.