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Häkergasse

Straganiarska

Geschichte

Die Gasse wird 1353 und 1357 als "platea campensium" erwaehnt, 1382 heisst sie "platea campensium sive piscatorum" (Strasse der Haendler oder Fischer), ebenso 1415 mit dem etwas spaeteren Zusatz "communiter Hoekergasse". 1416 erscheint sie als "Grosse Fischergasse" -- zur Unterscheidung von der damals "Kleine Fischergasse" genannten Tobiasgasse -- und noch 1633 als "Fischer- oder Hoekergasse".

"Campensis" bedeutet im mittelalterlichen Latein eigentlich "der Schenk", wird hier aber als Uebersetzung von "Hoeker" gebraucht, da mit der Hoekerei, dem Kleinverkauf von Lebensmitteln, meist auch Schankgerechtigkeit verbunden war. Der Name kommt also von den hier ansaessigen Hoekern (Kleinkraemernd und Lebensmittelhaendlern). Wenn man bedenkt, dass sich hier auch noch 1466 eine Badestube befand, kann man davon ausgehen, dass dies eine richtige Amusiermeile war.

Der Abschnitt zwischen dem Damm und dem Dominikanerkloster wird 1357 noch unter der Sonderbezeichnung "versus monachos" (zu den Moenchen hin) aufgefuehrt. Spaeter rechnet er stets mit zur Haekergasse. Als seit der Mitte des 17. Jahrhunderts der bis dahin fuer die zweite Priestergasse gebrauchte Name "Strohgasse" durch die Bezeichnung "Kleine Lawendelgasse" verdraengt wurde, uebertrug man den alten Namen "Strohgasse" gelegentlich auch auf diesen Teil der Haekergasse -- es blieb jedoch bei der Haekergasse.

Zwischen den Hausnummern 23 und 24 lag zeitweilig der Johanniskirchsteig.

Nach der Mottlau zu war die Strasse -- ebenso wie der Fischmarkt -- vor 1448 offen, da erst in diesem Jahr die Mauer zwischen Kran- und Ordensschloss erbaut wurde. Das die Gasse abschliessende Torgebaeude des Haekertores duerfte erst 1482 erbaut worden sein. Zu diesem Jahr berichtet naemlich Caspar Weinreich in seiner Chronik: "Disz voryor was begundt zu bawen das fischerthor und das yor dornoch war es rede." Koehler hat die Stelle faelschlich auf das Fischertor in der Maelzergasse bezogen, das damals aber gar nicht Fischertor, sondern "Poggenpfuhlsches Tor" hiess. Aus den Grundzinsregistern, die bis 1481 stets nur ein Tor am Fischmarkt nennen, ab 1482 aber zusaetzlich "dat nye doer uppem fischmarkte" (das neue Tor auf dem Fischmarkt) erwaehnen, ergibt sich, dass zweifellos eines der Tore am Fischmarkt gemeint ist -- wahrscheinlich das Haekertor, dessen an Aussen- und Innenseite angebrachte Wappen bereits aus polnischer Zeit stammen.

Heute heisst diese Gasse uebersetzt "Marktbudengasse" (Market Stall Lane).

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 99f