Jungferngasse
Panieńska
Geschichte
Ein Plan von 1608 rechnet die Gasse und ihre Umgegend noch zu den als "plateae anonymae" bezeichneten Gassen des Hakelwerks. Auch später waren die Straßenbezeichnungen dieser Gegend sehr unsicher.
1624 wurde die Strecke der Jungferngasse von der Burggrafenstraße bis etwa zur Kleinen Bäckergasse "Rittergasse" genannt. Die Bezeichnung blieb noch im 18. Jahrhundert als "altstädtische Rittergasse" erhalten, zur Unterscheidung von der zum alten Schloss gehörigen rechtstädtischen Rittergasse. Der Name ist wohl, ebenso wie bei der Burgstraße, darauf zurückzuführen, dass die Gasse zum Ordensschloss führte, dessen Tor sich in Verlängerung der heutigen Schlossgasse befand. Die Strecke von der Kleinen Bäckergasse bis zum Hakelwerk wurde 1624 "Lawendelgasse" genannt.
Beide Straßenbezeichnungen — Rittergasse und Lawendelgasse — werden 1694 noch erwähnt. Daneben war damals für die ganze Gasse bereits die heutige Benennung in Gebrauch, die erstmals 1663 als "Jungfraugasse" vorkommt. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts findet sie sich regelmäßig auf Plänen.
Löschin gibt an, leider ohne Quelle, der Name gehe darauf zurück, dass die Gasse fast ganz dem Birgittiner-Nonnenkloster gehört habe. Ein derartiger Zusammenhang wäre durchaus möglich, zumal ein ähnlicher Fall in Breslau vorliegt, wo die jetzige Annengasse, früher Nonnengasse, gleichfalls Jungferngasse hieß. Die alte Bezeichnung eines Teiles der Gasse als "Lawendelgasse", die auch an anderen Orten namentlich für übel beleumundete, schmutzige Gassen gebraucht wird, spricht jedoch eher dafür, dass die Gasse diesen Beziehungen ihren Namen verdankt. Auch der Name der benachbarten Plappergasse scheint dies zu bestätigen.
Die Bezeichnung "Langer Krug" stammt ursprünglich aus der Jungferngasse Nr. 3. Sie wurde jedoch im 15. Jahrhundert zur Kennzeichnung der Nachbarschaft sowie der Plappergasse und der Kleinen Bäckergasse verwendet. In der Jungferngasse waren Jungfrauen ebenso häufig anzutreffen wie Lavendelduft in den Lawendelgassen. Die Tatsache, dass sich zwischen der Jungferngasse und An der Schneidemühle das Badehaus des Ordens befand, hat wohl auch nicht zum guten Ruf der Gegend beigetragen. Seit dem Krieg trägt sie ihren ins Polnische übersetzten Namen und heißt heute ul. Panieńska.