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Kneiphof

Ślepa

Geschichte

Die von der Fleischergasse abzweigende kleine Sackgasse wird erstmals 1643 als "Kniepaff" erwähnt. Der Name findet sich ein zweites Mal für die gewöhnlich "Kneipab" genannte Fortsetzung von Langgarten außerhalb des Walles. Beide Ausdrücke sind gleichbedeutend: Noch auf Karten des 18. Jahrhunderts heißt der Stadtteil Kneipab auch Kneiphof, während andererseits die Stadt Königsberg-Kneiphof bereits im 15. Jahrhundert "Knipabe" genannt wird.

Den Namen des Langgarter Kneipab hat bereits Curike im 17. Jahrhundert durch eine Erzählung zu erklären versucht, die seitdem immer wieder übernommen wurde. Er berichtet: "Und hat diese Vorstadt (Langgarten) vor diesem außerhalb der Stadt Ringmauern gestanden, ist aber 1626 meistenteils mit in die Wälle gezogen worden und nur ein kleines Stück davon außerhalb der Festung ist stehen geblieben, dahero denn nunmehro der wenige Teil außerhalb den Wällen der Kneipab genennet wird." Dies ist jedoch nur eine für eine bestimmte Örtlichkeit künstlich zurechtgemachte Erklärung, die ebenso wenig für die vorstädtische Gasse wie für eine ganze Reihe anderer Fälle zutrifft.

Die Bezeichnung Kneiphof findet sich im ehemaligen Kolonisationsgebiet von Königsberg bis Mecklenburg sowohl für Straßen als auch für Ortschaften. Die tiefe, leicht Überflutungen ausgesetzte Lage und ehedem sumpfige Beschaffenheit beider Danziger Örtlichkeiten -- der gemeinsame Charakter aller Orte dieses Namens -- bestätigt eine ansprechende Deutung, die das Wort auf eine slawische Wurzel zurückführt: den polnischen Stamm "gnębię" (niederdrücken im Wasser, damit etwas untersinkt), der wohl auch in Ortsnamen wie Kniebau steckt. Da diese Wurzel auch im preußischen "knieipe" (er schöpft) enthalten ist, erklärt sich daraus auch das Vorkommen in ehemals preußischem Sprachgebiet.

Nach dem Krieg existierte die Gasse noch einige Jahre unter dem Namen ul. Slepa (Sackgasse), bevor sie im Zuge der Neubebauung der Vorstadt verschwand.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S. 145 ff M. Granke i M. Kuźniak : Informator Miasta Gdańska. Gdynia 1946