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Köksche Gasse

Refektarska

Geschichte

Der Name ist eine Entstellung der Bezeichnung "Ketischer Ort", die 1624 für die damals anscheinend nur wenig bebaute kleine Gasse erstmals vorkommt. "Ort" in Straßennamen bedeutet so viel wie Ecke. Tatsächlich besaß 1523 ein gewisser Tewes Keth eines der Eckhäuser in dieser Gasse. Aus diesem Personennamen wurde im Laufe der Zeit die Köksche Gasse. Der Ausdruck "ketisch" geht wohl auf ein Adjektiv "kätsch" oder "ketsch" zurück, das eigentlich breiartig, weich, dann aber auch schmierig bedeutet. Ein anscheinend dazugehöriges Verbum "katschkern" -- durch dünnen Kot gehen -- ist für den Danziger Dialekt bezeugt. Die heutige entstellte Form Köksche Gasse findet sich erst seit 1773.

Die scherzhafte Bezeichnung "Kiek in de Kök" bedenkend, könnte man davon ausgehen, dass die Altvorderen die Köksche Gasse als Küchengasse verstanden haben, und das hat wohl die Umbenennungskommission nach dem Krieg in die Irre geführt, denn heute heißt sie übersetzt Remtergasse (Speisesaalgasse).

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 64