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Langgasse

Długa

Geschichte

In einer hypothekarischen Verschreibung des Jahres 1331 wird die longa platea als ältester rechtstädtischer Straßenname zuerst genannt. Die Gasse selbst dürfte indessen bereits im 13. Jahrhundert als Hauptstraße der um 1260 gegründeten deutschen Stadtgemeinde vorhanden gewesen sein.

Die Bezeichnung Langgasse umfasste im Mittelalter in der Regel auch den Langen Markt. Erst in den Erb- und Grundzinsbüchern des 17. Jahrhunderts wird regelmäßig zwischen beiden geschieden. Bis dahin wurden beide als Einheit betrachtet und unter dem Namen Langgasse geführt. Seit dem Krieg heißt sie ul. Długa und hat damit ihren alten, ins Polnische übersetzten Namen beibehalten.

Wie bei der Brotbänkengasse war auch beim Langen Markt der an das Wasser stoßende Teil ursprünglich sumpfige Niederung, die der Bebauung noch später manche Schwierigkeiten bereitete. 1331 war jedenfalls bereits eine Brücke über die Mottlau vorhanden, da die in diesem Jahr erfolgte Verleihung des Kuttelhofes auf der Speicherinsel an das rechtstädtische Fleischergewerk einen Übergang in Verlängerung der Hauptstraße voraussetzte. Erwähnt wird die Brücke zuerst 1357; auch ein Torgebäude bestand damals bereits zu ihrem Schutz. Nach den bis hierher die Mottlau hinaufkommenden Seeschiffen hießen Tor und Brücke Koggentor und Koggenbrücke. Erst nachdem 1568 der heutige Torbau als Absteigequartier für die polnischen Könige errichtet worden war, kam nach dem ehedem grünen Anstrich der Sandsteingliederungen die Bezeichnung Grünes Tor und Grüne Brücke auf.

Von den an der entgegengesetzten Seite der Langgasse gelegenen Toranlagen wird zuerst der Stockturm 1346 erwähnt. Die Befestigung war hier eine dreifache: Sie bestand aus dem jetzigen Langgasser Tor, dem Stockturm, der ursprünglich auf der Landzunge zwischen dem äußeren und inneren Mauergraben lag, und dem Unterbau der jetzigen Peinkammer, die als Brückenkopf jenseits des äußeren, zwischen ihr und dem Stockturm befindlichen Mauergrabens den Übergang zu diesem sicherte. Noch heute ist die Torwölbung auf der Hofseite des Gebäudes deutlich erkennbar.

Diese ganze Anlage hieß Hohes Tor. Der Name wird zuerst 1378 in einer Verordnung über Aufbewahrung der Torschlüssel erwähnt. Er ist nicht von der baulichen Beschaffenheit hergenommen, sondern bezeichnet das zur Höhe führende Tor im Gegensatz zu dem in die Niederung führenden Werdertor. Als dann nach Anlage einer Wallbefestigung zwischen 1586 und 1588 vor dem bisherigen das neue Torgebäude errichtet wurde, in dem sich heute die Hauptwache befindet, ging der Name Hohes Tor vorzugsweise auf dieses über, während man das alte innere Tor, das 1612 seine neue Fassade erhielt, als Langgasser Tor bezeichnete.

Derjenige Teil des Langen Marktes zwischen dem Neptunsbrunnen und dem Rathaus hieß nach Löschin auch Ferkelmarkt.

Bilder

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 121