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Schild

Więcierze

Geschichte

Die neu angelegte Straße erhielt 1908 ihren Namen. Dieser wurde gewählt, weil das Gelände zwischen Radaune und Mottlau früher "der Schild" hieß. Tatsächlich wurde jener an der Radaunemündung gelegene Schild bereits 1402 den Hakelwerkern zum Trocknen ihrer Netze verliehen. Damit war jedoch nicht das Gelände der heutigen Straße gemeint, sondern die Insel, die von der alten, bei der Kaiserlichen Werft in die Mottlau fallenden Radaunemündung, der Mottlau selbst und dem Eimermachergraben umschlossen wurde. Die heutige Straße war also durch den Eimermachergraben vom eigentlichen Schild getrennt und trägt ihren Namen streng genommen zu Unrecht. Die Gegend der Straße diente im 18. Jahrhundert als Bleiche und hieß noch 1792 Jakobsbleiche, Mittelbleiche und Nonnenbleiche. Die Bezeichnung "Schild" wurde sowohl für die Insel zwischen dem Eimermachergraben und der Mottlau als auch für die Radauneinsel verwendet, auf der die Große Mühle liegt – in beiden Fällen geht der Name auf die länglich-schildförmige Gestalt der Inseln zurück. Nach dem Krieg blieben nur Ruinen übrig. Man benannte die Straße in "Więcierze" (Reusengasse) um. Seit den 1950er Jahren existiert sie eigentlich nur noch auf Stadtplänen, obwohl sie im offiziellen Straßenverzeichnis weiterhin geführt wird.

Source(s): Stephan, W. Danzig. Gründung und Straßennamen. Marburg 1954, S 74