Vorstädtischer Graben
Podwale Przedmiejskie
Geschichte
Da diese heutige Straße aus ehemals drei Abschnitten besteht, werden sie nachfolgend einzeln beschrieben. Die Straße bildete im 14. Jahrhundert einen an der Außenseite des rechtstädtischen Mauergrabens entlang führenden Weg zur Mottlau und wird 1383 anlässlich der hypothekarischen Beleihung eines Grundstücks, gelegen "apud novam fossam sicut itur ad lastadiam", erstmals erwähnt.
Der Abschnitt zwischen Lastadie und Poggenpfuhl wurde 1385–1508 "circa fossam versus poggenpoell" oder "versus poggenpoell", 1526–1530 "versus poggenpol am graven", 1543–1605 "am graven" genannt.
Der Abschnitt zwischen Poggenpfuhl und Fleischergasse wurde 1454–1469 "circa fossatum versus poggenpol", 1470–1526 "circa fossatum versus Wulfeshagen", 1527–1605 "am graven versus Wulveshagen" genannt.
Der Abschnitt zwischen Fleischergasse und Holzgasse wurde 1385 nach dem nahen Kirchhof des Gertrudenhospitals "versus cimentorium" genannt, 1454–1458 Rossmarkt, 1470–1478 "fossatum circa Holtgasse". 1388 war hier bereits der Schusterhof zwischen Holzgasse und Fleischergasse vorhanden.
Ab 1643 setzte sich der Name "Am Graben" für die gesamte Straße durch, die inzwischen nach Zuschüttung des alten Mauergrabens zwischen 1617 und 1640 auch auf der zur Rechtstadt gehörenden Seite bebaut worden war. Diese Bezeichnung wurde neben "Vorstädtischer Graben" auf Plänen bis Anfang des 19. Jahrhunderts benutzt. Alle Teilbezeichnungen gehen auf die Lage der Straße anfangs am, später an Stelle des Stadtgrabens zurück. Einzige Ausnahmen bilden der Rossmarkt, der wohl auf den hier stattfindenden Pferdehandel zurückgeht, und "versus cimentorium", der auf den hier etwa an Stelle des späteren Schusterhofs befindlichen Kalkhof der Rechtstadt hinweist. Nach dem Krieg wurde die Straße zunächst in Podwale Przedmiejskie umbenannt. Um 1965 wurde sie dann in Aleja Leningradzka (Leningrader Allee) umbenannt. Nach 1990 kehrte man erneut zum ersten Nachkriegsnamen zurück.